Lehrer

Sternstunde

Als Direktorin:

..wenn Eltern extra in der Direktion vorbeischauen und mir Fotos von ihrem Kind zeigen.
„Das ist ein Bild, das im 2. Semester der Volksschule bei einem Schulausflug gemacht wurde. Das ist das Foto, das heuer bei den Kennenlerntagen zu Schulbeginn gemacht wurde. Sehen Sie wie D. jetzt strahlt. Er fühlt sich von den LehrerInnen angenommen. Er freut sich jeden Tag auf die Schule und ist plötzlich ganz eifrig bei der Arbeit. So gut ist es uns als Familie schon lange nicht gegangen.“

…..wenn eine Mama in der Direktion anruft und fragt, ob R. eine Strafarbeit hatte oder wirklich freiwillig eine Hausübung gemacht hat.
Was steckt hinter diesem Anruf:
In der 3. Klasse wurde in Physik am Thema Atommodelle gearbeitet. Nachdem die Grundlagen erarbeitet waren zeichneten Schüler mit einem selbst gewählten Lernpartner Modelle. Für R war nur mehr der Toppphysiker über. R wollt nicht mit „DEM“ arbeiten, weil der viel besser ist. „ Da versteh ich so wie so nichts und komm nicht mit“
Allerdings stellte sich bald heraus, dass R mit seinem Wissen Th., den Toppphysiker, was erklären musste und auch sehr gut konnte, da Th. in der letzten Physikstunde krank war. Dieses Erfolgserlebnis beflügelte R derart, dass er nicht nur im Unterricht Atommodelle zeichnete, die im Schaukasten vor der Direktion, ein Platz für außerordentlich gelungene Schülerarbeiten, ausgestellt wurden. Er zeichnete mit der gleichen Begeisterung zu Hause weiter und das zu einer Zeit wo er normalerweise nur mehr den Fernsehapparat im Blickfeld hat. Unterrichtschluss war um 16.00 Uhr. „ Die kommen in meine Lernerfolgsmappe für das KEL-Gespräch“.
„….. absolut freiwillig“ war meine Antwort und hörte gleichzeitig einen Stein purzeln, der der Mama vom Herzen gefallen ist.

….. wenn Schüler sich in weiterführenden Schulen melden um in „IHRER“ alten Schule Werbung für ihre Schulwahl zu machen und da ganz stolz berichten wie easy der Überstieg war „Denn wisst´s: da lernt ma was“.

….. wenn SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam am Nachmittag, also in der Freizeit, bei Kuchen und Musik Rechtecke häkeln um in das hässliche braune Stiegengeländer auch Farbe zu bringen. Wenn dann noch Mütter dazukommen und auch mithäkeln und schon viele fertige Rechtecke fein säuberlich gearbeitet mitbringen glänzen für mich die Sterne besonders hell.

….wenn 42 SchülerInnen am Thema Stockaufbau des Waldes am Nachmittag schulstufenübergreifend (2a und 4a) in der 7. und 8. Einheit an ihrem Arbeitsplan in Gruppenarbeit arbeiten.
Die Conclusio aus dem Nachmittag:
Alle arbeiten ganz intensiv und den Regeln entsprechend.
Das Feedback erfolgt wertschätzend von „Alt und Jung“.
Viele Fragen plötzlich bei ganz selbstverständlichen Fakten auftauchen.
Jeder erzählt in eigenen Worten problemlos sein neu erworbenes Wissen vor der großen Gruppe.
Von den Kindern wird eine Wiederholung dieser Arbeitsumgebung gefordert.

 

… wenn PädagogInnen sich mit unserer Schulpsychologin kurzschließen, um die Außensicht einer Fachfrau zu bekommen. Das bedeutet sinnvolle Nutzung von Ressourcen, jeder bringt sein Wissen und Können am Lernort Schule zum Wohle des Kindes ein.

 

…. wenn ich in der Bildungsreform viele Punkte finde, die wir in der Ausschöpfung aller gesetzlichen Möglichkeiten schon jetzt in unserer Schulorganisation manifestiert haben. Verantwortungsvolle Flexibilität für die Lernbegleitung aller Kinder ist unsere moralische Verpflichtung, die wir in der Beziehung zu der Vielfalt unserer Kinder gerne übernehmen.

 

… wenn Kinder so viel Freude am Tun haben, dass sie von den LehrerInnen ganz konkrete Aufgaben einfordern.

 

… wenn ein Kind, das sehr ruhig ist, bei der Präsentation der Arbeit in der Englischschwerpunktwoche auf der Bühne vor großem Publikum selbstbewusst seine Rolle auf Englisch vorträgt – ich weiß wie viele da Gänsehaut hatten.

 

… wenn ich merke wie wichtig es ist den Leistungsbegriff dreidimensional zu sehen, wie ihn der Gründer der Sir Karl Popperschule definiert.
Die Leistung ist sehr einseitig, wenn sie auf die Reproduktion von Inhalten begrenzt ist.
Es muss von Lernbegleitern genau beobachtet werden, dass die individuellen Leistungsmöglichkeiten beim Kompetenzerwerb voll ausgeschöpft werden.
Gleichzeitig ist sie der sich eröffnende EigenSinn – Leistung, die ich nur mit verinnerlichten Kompetenzen erbringen kann – für die nachhaltige Bewältigung zukünftiger Anforderungen.

 

…. wenn das Tragen der Schultasche eines kranken Mitschülers auch in der 8. Schulstufe ganz selbstverständlich ist.

 

….wenn eine Mama sagt welch großer Schatz es für sie ist, dass ihre Kinder in der PNMS einen Ausbildungsplatz gefunden haben.

 

…wenn PädagogInnen sich ganz selbstverständlich auf die Schulbank setzen, um sich Wissen zu holen mit dem sie die Alltagsanforderungen bestens erfüllen können.

 

….. wenn Kinder bei einem Gespräch am blauen Tisch über ihr Handeln reflektieren, einander zuhorchen, einen Vorsatz  formulieren und so das Wort ENTSCHULDIGUNG ernst nehmen.

 

Sternstunde

Egal, ob HS; NMS; AHS oder ein anderer Schultyp, das Kind ist das Wichtigste, mit all seinen Stärken und Schwächen.
So auch am Schikurs der 2.Klassen. Richard, ein Schüler mit einem „starken eigenen Willen“ fuhr erst nach langem Hin und Her auf Schikurs mit. Ein Grund war, dass er im vorigen Winter eine unliebsame Begegnung mit einer Liftabsperrung gemacht hatte (er war Anfänger) und somit, seiner Meinung nach, nicht Schi fahren könne. An Lift fahren oder einen Hang runterfahren war nicht zu denken.
Langsam, sehr langsam und in kleinsten Schritten tasteten wir uns an Schuhe, Schi und Schnee heran. Mit viel Zureden, Spielen und Aufmunterung schafften wir (Richard und ich) es, an jedem Bein einen Schi zu haben. Nach viel Schweiß, Entmutigung, Durchhalteparolen, Zuspruch, Lob, aber auch Konsequenz und Selbstbestimmung war es möglich, kleine Teilstücke der flachen Piste (kein Lift, immer alles zu Fuß) zu bewältigen. All das dauerte 3 Tage.
Und am 4. Tag verlor der Lift seinen Schrecken oder aber die bequeme Bergfahrt kam in den Fokus.

Doch wie die Angst und die Selbstzweifel überwinden – „Ich kann es nicht“- Übungsbügel auspacken – stundenlanges Ziehen am Seil – Mut zusprechen – und die Gewissheit für Richard – er kann den Zeitpunkt entscheiden, wann er mit dem Lift fahren will.
Und siehe da, in einem Moment ohne meine Anwesenheit (war mit einer anderen Schülerin am Üben) überwand er seine Angst und fuhr alleine mit dem Tellerlift Richtung „Gipfel“! Ein Strahlen und Lachen waren die Belohnung. „Aber wie runterkommen?“ Angst, Tränen, Selbstzweifel, Schi abschnallen (selbst bestimmt), das steilere Stück zu Fuß zurücklegen, Zuspruch, das flache Stück runterfahren. Sofort wieder rauf, wieder Tränen, Zuspruch, wieder Schi abschnallen. Und dann, beim 3.Mal – Abfahrt ins Tal und ich hinten nach.
5 Tage ein gemeinsames Ringen und die Erkenntnis, dass man alles schaffen kann.

Ps. Frau Schuster hat auch einen erheblichen Teil zum Gelingen beigetragen!

Wolfgang Ziller Schikurs 2010/2011 in Annaberg

 

Sternstunde

SILDA 2b:

In SILDA (selbst informieren, lernen, denken, anwenden) arbeiten die Schüler der 2 B fleißig an ihren Projekten. Hier einige Beispiele:

Johanna Bogner entwirft verschiedenste  Modekreationen in ihrer eigenen Modeagentur „JOBO“, fertigt detailgetreue Skizzen ihrer Kleider an und setzt ihre kreativen Ideen dann in die Tat um.

Martin Rys’ Thema ist „Essen aus aller Welt“ und daher verköstigte er die Klasse mit selbstgemachten Schnitzeln, die bei allen großen Anklang fanden.

Jasmin Baumgartner hat ein sehr explosives Thema gewählt. Sie hat jede Menge interessante Fakten zum Thema Vulkane gesammelt und wird ihren selbst gebastelten Vulkan am „Jahrmarkt der Fähigkeiten“ explodieren lassen.

Jasmin Frank versucht sich auch als exzellente Hobbyköchin und hat ihre Backversuche anhand von selbst gezeichneten Comics zu Papier gebracht.

Fazit = sehr lecker!

Hier hat leider nur ein kleiner Ausschnitt der SILDA – Arbeiten Platz, daher

DANKE auch an alle anderen Kostproben und interessanten Themen, die von den Schülern der 2B bearbeitet wurden.

 

 

 

Sternstunde

Es gibt ja auch einen Hort an der PNMS. Und da möchte ich euch diesmal von einer Stern-Stunde berichten, die wir hier im Hort mit eurer Direktorin Gerda Stingeder hatten.

Sie ist nämlich eingesprungen am Nachmittag, für eine Kollegin die gerade verhindert war – für eine Stunde Freizeitbetreuung und eine Mathe-Lernstunde.
Da ging es dann erst mal hoch her – weil sie herausfinden musste, wie gut sie Tischtennisspielen kann und viele ihrer SchülerInnen sich mit ihr messen wollten. Das war schon sehr lustig. Das aller-aller-coolste war aber dann, als sie sich von Katja zeigen lies, wie das mit dem Hulla-Hulla-Reifen geht. Habt ihr schon mal eine Direktorin erlebt, die – umringt von einer Traube von Jugendlichen – Hulla-Hulla-Reifen um ihre Hüften schwingt? Ich jedenfalls nicht J. Dafür wurde sie vom Hortteam nominiert, als besondere Erwachsene, die dem Hort besonders verbunden ist.

Dann war die Freizeit vorbei und es ging in die Lernstunden und ins Studium. Und stellt euch mal vor, was es für einen Jubel gab, als die MittelschülerInnen hörten, dass ihre Direktorin die Mathe-Lernstunde macht… da gingen gleich etliche Jugendliche freiwillig in Mathe. Und deswegen haben wir sie auch gewählt und verleihen ihr den goldenen Hort-Stern hier auf der Homepage.

Für den AHS/PNMS-Hort
Sabine Kittel/Hortleiterin

 

Sternstunde

Wenn man mit einer zweiten Klasse eine Wanderung mit Hüttenübernachtung macht und…

 

…die Lautstärke im öffentlichen Bus so ist, wie sie sein sollte

…jemand, der seinen Proviant nicht mit hat, von den Mitschülern mit Keksen versorgt wird

…beim nahezu unmöglichen Überwinden einer Kuhtränke alle zusammenhelfen ☺

…die „Tempomacher“ an Wegkreuzungen selbständig zusammenwarten

…auf der Hütte angekommen, sich alle 19 Kinder fast drei (!) Stunden mit einem selbst erfundenen Fangspiel beschäftigen

…dabei niemand, auch nur ein einziges Mal, sein Handy beachtet hat (!!!!)

…beim Essen kein Tisch im Chaos hinterlassen wird

…um kurz nach 22 Uhr kein Ton mehr aus den Schlafräumen zu hören ist

…man vom Hüttenwirt ein Kompliment dafür bekommt, dass er noch nie so eine brave und unkomplizierte Klasse erlebt hat

 

Danke, für zwei Spitzentage liebe 2b!!!
Eure KV‘s

 

Foto_Sternstunde

 

Sternstunde

Sandra Rottensteiner, Schülerin der 2b, verblüffte am 6. Juni 2013 beim Jahrmarkt der Fähigkeiten das Publikum.

LehrerInnen und SchülerInnen kennen Sandra als ruhige und unauffällige Schülerin mit viel Humor und Freude am Lernen. Schon in der ersten Klasse merkte ich, dass Sandra ein ganz besonderes Talent hat – das Singen. Sowohl die Eltern, als auch sie selbst, wussten davon noch nichts. Im 2. Halbjahr der ersten Klasse meldete sie sich für den Freigegenstand Chor an. Das Singen und Musizieren in der Gemeinschaft machte ihr großen Spaß. Mir war es ein großes Anliegen, diese Freude zu steigern und ihr Talent zu fördern. In der zweiten Klasse versuchte ich mit Sandra verschiedene Lieder zu üben. Im Chor übernahm sie bei einem Lied die Solostimme.

Beim Jahrmarkt der Fähigkeiten wollte Sandra ihre Leistung präsentieren und wir probten in den Pausen das Lied „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer. Sandra war dabei sehr fleißig und ehrgeizig, lernte den Text auswendig und verbesserte durch das regelmäßige Proben ihre Singstimme enorm.

Am 6. Juni 2013 um 16.25 Uhr war dann ihr großer Auftritt. Nach einigen tollen musikalischen Beiträgen durfte nun auch Sandra ihr Lied vor einem großartigen Publikum präsentieren. Tosender Applaus war die Belohnung für diese tolle Leistung.

Verena Kaufmann

 

Sternstunde

 

Sternstunde mit der wunderbaren Kunstgruppe im Kunstunterricht!

Töpfern, filzen, malen und Schmuckerstellung stand heuer am Programm –

Ein harmonisches Miteinander – in jeder Stunde!

Resümierend echt schöne Stunden und für jeden etwas dabei!

Nun möchte ich über meine Sternstunde berichten.

Sie spürte ich in der Albertina bei einem Bild nach dem Dichten:

Tatsächlich fand jedes Kind sein persönliches Lieblingsbild und verfasste einen Text dazu

Unsere Vanessa stand bei ihrem Bild: „Mondnacht“ von Emil Nolde – wir hörten zu –

Nie werde ich diesen Moment vergessen. Sie las ihren Text schüchtern – so schön!

Das Gedicht, das Bild, sie traut sich zu lesen, ihr Strahlen – ein Gesamtkunstwerk!

Ein weiteres Gedicht liest Saskia, der Text wunderschön gedankenreich! DANKE!

 

Alle Kinder aus der Kunstgruppe haben dieses Jahr großartige Kunstwerke geschaffen! Ich bewundere euch sehr!

Ich danke euch für die wunderschönen Momente! Der Besuch der Albertina mit dem Schreibworkshop war der krönende Abschluss!

 

Grech Dagmar

 

Sternstunde

Das Schuljahr 2014/ 2015 ist noch sehr neu und doch gab es für mich schon viele Sternstunden.

In der letzten Ferienwoche waren alle LehrerInnen fleißig am Vorbereiten der umgebauten Klassen, um die SchülerInnen herzlich willkommen zu heißen.

Nicht nur unsere SchülerInnen starteten mit Freude in die gut vorbereiteten Projekttage sondern unsere Ehemaligen verlegten ihren neuen Schulweg so, dass sie im Sacré Coeur Zwischenstation machten.

Als ich dann bei der Gartenarbeit am ersten Schulwochenende meinen Zeigefinger mit der Heckenschere erwischte war ich ziemlich geschockt. Die Welle der Hilfsbereitschaft, die ich von allen erlebte, ließen mich alle Schmerzen ganz vergessen. Schöne Zeichnungen, nette Genesungswünsche, Tipphilfe am PC, Taxidienst, Tragehilfen,…….ich könnte die Liste noch lange weiterschreiben, tragen zur Genesung einen so großen Teil bei, dass ich weder Krankenstand noch Medikamente brauche. Danke an alle.

Besonders freue ich mich über die schön zusammengeräumten Garderoben und Klassen. So zeigen alle dem Putzpersonal die Wertschätzung gegenüber der Arbeit, die sie leisten. SQA zeigt Wirkung!!

Dir. Gerda Stingeder

 

Sternstunde

Wenn Lehrer und Schüler mal die Rollen tauschen…
Persönliche Sternstunde einer Lehrerin

 

Neues zu lernen ist nicht einfach. Es erfordert eigene Motivation, starken Willen und vollstes Vertrauen in den Lehrenden. Ein alter Hut – doch als Lehrer vergisst man hin und wieder darauf, dass vieles für unsere Schüler nicht „eh leicht“ ist – auch wenn wir es so empfinden.
Beim Eislaufen mit unserer Klasse, der 3b, durfte ich einmal wieder die Schülerrolle erleben:
Erstmals wieder in Eislaufschuhen seit 13 Jahren, nicht mit besonders viel Mut ausgestattet und zusätzlich noch verzweifelt darauf bedacht sich nicht die Blöße zu geben und vor den eigenen Schülern einen spektakulären Sturz zu fabrizieren, kam mir nach der ersten Minute der verlockende Gedanke, es einfach bleiben zu lassen.
Doch dann waren da Hände, aufmunternde Worte und nette Ratschläge „meiner“ Kinder.
Und plötzlich war es ganz einfach, diesen Händen zu vertrauen und einmal wieder die „Schülerrolle“ an sich selbst zu akzeptieren.
Sowohl aus „eislauftechnischer“, als auch aus persönlicher Sicht, durfte ich an diesem wunderbaren Vormittag viel dazulernen – ein großes Dankeschön an meine Coaches aus der 3b, die fast zwei Stunden lang auf ihre Hasenfuß-Lehrerin aufgepasst haben!

Sternstunde_stingeder

 

 

Sternstunde

Timo Gasser, ehemaliger Schüler und Kurz-Praktikant:

Lehrer – Meinem Traumberuf ein Stückchen näher

 

Meine Vorbereitung für meinen Deutschunterricht mit zwei Flüchtlingen aus Afghanistan hat bereits am Wochenende vor meinem Praktikum begonnen. Für meine Vorbereitung habe ich insgesamt sechs Stunden gebraucht, da ich mir meine Unterrichtsmaterialien vorbereitet habe und mir einen genauen Zeitplan geschrieben habe. Ich habe mich mit Themen auseinander gesetzt, welche für Flüchtlinge im täglichen Alltag relevant sind. Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, habe ich diese an Frau Direktor Stingeder weitergeschickt um mich zu vergewissern, dass meine Arbeitsblätter und andere Hilfsmittel auch in Ordnung waren. Am Montag den 30. Jänner 2017 um 7:00 Uhr traf ich in der Neuen Mittelschule des Sacré Coeurs in Pressbaum ein. Als erstes stand eine ausführliche Besprechung mit Frau Direktor Stingeder an, in welcher wir noch einmal genauere Details besprochen haben und ich meine Kopierkarte erhalten habe. Im Anschluss hatte ich weitere 20 Minuten um alles für meinen Unterricht vorzubereiten. Dann war es endlich so weit: Um 8:20 Uhr trafen meine zwei Schüler ein. Sie stellten sich sehr freundlich vor und fragten mich ob es für mich in Ordnung sei, wenn sie „du“ zu mir sagen. Ich antwortete mit einem eindeutigen ja, schließlich waren sie ja im selben Alter wie ich. Um uns gleich ein bisschen besser kennenzulernen eröffnete ich meinen Unterricht mit einem Vorstellungsgespräch, in welchem ich die etwas holprige Aussprache der beiden bemerkte. Nachdem wir unser Vorstellungsgespräch beendet hatten, haben wir uns die einzelnen Personen angeschaut und auf welche Feinheiten man aufpassen muss. Um gleich an der Aussprache zu arbeiten, haben sie sich gegenseitig die einzelnen Personen aufgesagt und auch aufgeschrieben. Nachdem wir die Personen relativ schnell abgeschlossen hatten, behauptete ich, dass  uns jetzt ein etwas schwierigeres Thema bevorstünde: Die Artikel. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den Fällen konnten sie sogar schon von selbst ein paar Wörter mit Artikel aussprechen. Um sicherzugehen, ob sie die Artikel wirklich so gut verstanden haben, wie ich den Eindruck hatte, gab ich ihnen eine Hausübung zu den Artikeln, in der sie sich noch einmal mit den Fällen und den Personen auseinander setzten. Um den Unterricht ein bisschen spannender zu gestalten, schob ich das Thema „Familie“ nach den Artikeln ein. Ohne irgendeine Anweisung meinerseits fingen sie an, Familienmitglieder aufzuzählen, sogar mit den korrekten Artikeln. Während meiner Vorbereitung habe ich mir des Öfteren überlegt ob ich das Thema „Familie“ überhaupt einbauen soll, da es sich bei den beiden um Flüchtlinge handelte, welche ihre gesamte Familie verloren haben und bereits viele andere tragische Schicksalsschläge erlebt haben. Nach 20 Minuten war das Thema abgeschlossen und wir wendeten uns kurz dem Körper und den Possessivpronomen zu, um dann das große Kapitel der Wortarten zu beginnen. Ich sagte:“ Um ganze Sätze bilden zu können benötigt man die Wortarten.“ Die Wortarten waren mit Abstand der größte Teil meines Unterrichts. Mit viel Engagement arbeiteten sie an den Wortarten. Zuerst noch mit mir, dann schon alleine. Nachdem wir uns sehr lange mit den Wortarten beschäftigt hatten, haben wir begonnen Sätze zu bilden. Es entstanden die verschiedensten Sätze in allen Personen. Um 13:40 Uhr beendete ich meinen Unterricht schließlich und ließ das Geschehene in einer Nachbesprechung mit Frau Direktor Stingeder noch einmal Revue passieren.  Auch am darauffolgenden Tag waren die Wortarten wieder ein großes Thema meines Unterrichts. Mit erleichtertem Blick schrieben sie dann die letzten Wortarten auf und waren ein wenig erleichtert, dass sie so viele Wortarten gemeistert hatten. Um sich allerdings im täglichen Alltag zurechtfinden zu können, begann ich die letzten drei großen Themen meines Unterrichts: Fragewörter, Wegbeschreibung und Tagesablauf. Auch mit diesen drei Themen setzten sie sich mit viel Einsatz auseinander. Wir führten einen Dialog, in den wir die gelernten Fragewörter einbauten und den Tagesablauf integrierten. Langsam ging auch der zweite Tag für meine Schüler zu Ende. Nachdem ich den Unterricht beendet hatte, wurden wir noch zur Frau Direktor gebeten wo sie mir ein Feedback gegeben haben und wir die zwei Tage noch einmal Revue passieren ließen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich durch dieses wenn auch nur zwei-tägige Praktikum erneut aufgezeigt bekommen habe, welcher Beruf wirklich mein Traumberuf ist. Es hat mir große Freude bereitet zu sehen, wie meine zwei mittlerweile „privaten Nachhilfeschüler“ Fortschritte gemacht haben und mit welch einer Motivation und Energie sie bei der Sache waren. Diese zwei Tage haben mir aber auch gezeigt, was es bedeutet sich auf einen Unterricht gut vorzubereiten, die Materialien zusammenzusuchen und auf die Probleme oder Schwierigkeiten der Schüler einzugehen. Es waren zwei wunderschöne Tage im Sacré Coeur Pressbaum, in denen ich erfahren durfte was es bedeutet Lehrer zu sein. Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei all denen bedanken, die mir diese so schönen Tage überhaupt erst ermöglicht haben. Vielen Dank.

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